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Barra

Autor: Debbie | Datum: 13 Oktober 2013, 16:14 | 0 Kommentare

Nach dem heutigen Gottesdienst machen wir uns mit 20 Leuten auf nach Barra. Dort findet ein Outreach-Gottesdienst statt. Es gibt in dem kleinen Örtchen noch keine Gemeinde, deshalb fahren die Magill-Kirchen-Menschen jeden 2. Sonntag nach Barra.

 Die Fahrt ist ziemlich ruckelig und es ist unmenschlich warm. Nach einem Regentag am Freitag und einem milden Samstag, knallt die Sonne heute auf unsere Köpfe. In einem Van ohne Aircon fächert also jeder was das Zeug hält. Die Straßen werden immer kleiner und enger. Irgendwann passieren wir eine Straße dessen Bambuszäune knapp unsere Seitenspiegel berühren. Und schon sind wir angekommen. Ich steige aus dem Van in die pralle Sonne, halte einen Moment die Luft an und schaue mich um. Viele kleine Häuser und dazwischen 1m-breite Gässchen. Wir sind auf einem großen Platz und gehen in die erste Gasse. Ein paar Abzweigungen und Sari-Sari-Stores (Tante-Emma-Lädchen) später kommen wir an einem ziemlich heruntergekommenen aber schön geschmückten Beton-Werk an. Es sieht aus wie ein halb fertig gebautes Haus. Drinnen stehen Stühle und ein kleiner Altar, ein paar Tücher verdecken den modrigen hinteren Teil. Die Luft ist anders. Und schon sehe ich hinter dem Haus das Meer. Eine gewisse Freude überkommt mich. Aber auch Gelassenheit, Ruhe und Zufriedenheit. Der Gottesdienst beginnt. Wir sind nicht viele, vielleicht 35 (üblicherweise sind große Kirchen meist vollbesetzt (kommt natürlich auch auf die Größe der Stadt drauf an)). Ich lausche dem Pastor, ich mag ihn. Er ist schon Rentner und auf seine eigene Art und Weise putzig. Am Anfang fand ich ihn komisch, er hat sein Handy öfter auf mich gehalten, als ob er ein Foto macht oder filmt. Und das unverschämt lang. Aber hier werden viele Fotos gemacht, bei jedem oder keinem Anlass und nachdem ich ihn auf ein paar Veranstaltungen miterlebt habe, weiß ich, dass er alles auf Video festhalten will und immer mit seinem niedlichen (fast noch schwarz-weiß) Handy filmt. Die Sonne, die durch die Zäune (die als Wände fungieren) strahlt, das Meeresrauschen und die leichte Brise erzeugen eine tolle Atmosphäre in der improvisierten Kirche. Nach dem Gottesdienst gehe ich hinters Haus und genieße die Stille. Nächste Woche werde ich versuchen einen stillen Platz auch hier in Lucena zu finden. Mal sehen ob ich erfolgreich bin. Ich merke, wie sehr ich Stille vermisse. Entweder Verkehr, Tiere oder irgendwelche elektronischen Luxus-Überlebens-Artikel wie Aircon oder Kühlschrank surren im Hintergrund. 

Das Meer ist weit und ich sehe viele kleine und große Bote. Auf dem Sand liegt viel Müll, rechts sammeln Jugendliche Müll auf, links spielen Kinder im grauen Wasser. Aber wenn ich die Augen schließe, genieße ich die Meeresluft und Ruhe.

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